Sammlung Younghi Pagh-Paan

Younghi Pagh-Paan
Koreanisch-deutsche Komponistin

geboren am 26. Oktober 1945 in Cheongju, Süd-Korea

Beschreibung

Younghi Pagh-Paan gehört zur ersten Generation von nach dem zweiten Weltkrieg geborenen asiatischen Komponisten, die ihre Ausbildung zu einem guten Teil in Europa absolviert haben. Sie verbindet in ihren Kompositionen eine zeitgenössische, postserielle Musiksprache mit geistigen und musikalischen Traditionen ihrer koreanischen Heimat.

Im Schaffen Pagh-Paans, das über achtzig Werke umfasst, nimmt die Kammermusik – mit wechselnden Besetzungen und häufig mit Schlagzeug – den zentralen Platz ein. Inhaltlich akzentuiert sind viele Werke durch ihren Bezug zu literarischen Texten; Pagh-Paan vertonte Lyrik u.a. von Anna Achmatova, Rose Ausländer oder Louise Labé, aber auch von Heinrich Heine, Johann Wolfgang von Goethe oder Angelus Silesius sowie von koreanischen Dichtern. Ein Hauptwerk ist neben den Orchesterstücken Sori (1979–80) und Nim (1986–87) auch ihr bislang einziges Musiktheater Mondschatten (2002–05), dessen Libretto auf der Sophokles-Tragödie Ödipus auf Kolonos basiert und das 2006 an der Staatsoper Stuttgart zur Uraufführung kam.

Younghi Pagh-Paan bei den Donaueschinger Musiktagen 1980 (Foto PSS)
Younghi Pagh-Paan bei den Donaueschinger Musiktagen 1980 (Foto PSS)
Younghi Pagh-Paan, Skizze zu Sori für großes Orchester (1979–80)
Younghi Pagh-Paan, Skizze zu Sori für großes Orchester (1979–80)

Pagh-Paan studierte von 1965 bis 1971 an der Seoul National University Musiktheorie und Komposition. Im Jahr 1974 kam sie mit einem DAAD-Stipendium nach Deutschland, um ihre Studien an der Freiburger Musikhochschule bei Klaus Huber (Komposition), Brian Ferneyhough (Analyse) und Edith Picht-Axenfeld (Klavier) fortzusetzen. Ihren kompositorischen Durchbruch erzielte Pagh-Paan mit dem Orchesterwerk Sori, das 1980 bei den Donaueschinger Musiktagen aufgeführt wurde. Als Lehrerin wirkte Younghi Pagh-Paan zunächst auf Gastprofessuren an den Musikhochschulen von Graz und Karlsruhe. Von 1994 bis 2011 war sie Professorin für Komposition an der Hochschule für Künste in Bremen und gründete dort das Atelier Neue Musik.

Die Sammlung Younghi Pagh-Paan wurde 2013 etabliert und enthält Skizzen, Entwürfe und Reinschriften zu sämtlichen Kompositionen sowie Aufzeichnungen und Arbeiten aus der Studienzeit. Korrespondenz und Dokumentationsmaterial sind erst vereinzelt vorhanden. Die Sammlung wird laufend ergänzt.

Umfang

  • Musikmanuskripte: ca. 100 Werkdossiers
  • Textmanuskripte: 1 Archivbox
  • Korrespondenz: 1 Archivbox
  • Programme / Rezensionen: 1 Archivbox
  • Fotos: ca. 200
  • Tonträger: 10 DAT-Bänder

Zeitraum

ab ca. 1972

Chronologie

  • 2013 Sammlungseingang
  • 2015 Erste Nachlieferung aktueller Manuskripte

Verzeichnisse

  • Sammlung Younghi Pagh-Paan: Musikmanuskripte (7. Februar 2019) - PDF online
  • Interne Verzeichnisse

Interne Links

[keine]

Externe Links

Homepage: www.pagh-paan.com
Verlag: Ricordi

Update

7. Februar 2019